Aktuelles · 8.5.2026
Schachregeln: So funktioniert das Spiel

Die Schachregeln sind schnell gelernt und seit Jahrhunderten weitgehend unverändert. Dieser Überblick fasst zusammen, wie eine Partie aufgebaut ist, wie die Figuren ziehen und wie ein Spiel endet – als Nachschlagewerk für Einsteigerinnen, Einsteiger und Wiedereinsteiger.
Brett und Grundstellung
Gespielt wird auf 64 Feldern. Das Brett liegt so, dass für beide Seiten rechts unten ein weißes Feld liegt. In der Grundstellung steht in der zweiten bzw. siebten Reihe je eine Reihe Bauern; dahinter folgen von außen nach innen Turm, Springer, Läufer sowie Dame und König. Merksatz für die Dame: „Dame auf eigene Farbe” – die weiße Dame startet auf einem weißen, die schwarze auf einem schwarzen Feld. Weiß zieht immer zuerst.
Die Gangart der Figuren
Turm und Läufer ziehen beliebig weit – der Turm waagerecht und senkrecht, der Läufer diagonal. Die Dame vereint beide und ist damit die stärkste Figur. Der Springer zieht im „L” und darf als einzige Figur über andere hinwegspringen. Der König bewegt sich ein Feld in jede Richtung. Bauern ziehen ein Feld geradeaus, aus der Grundstellung wahlweise zwei, schlagen aber diagonal nach vorn.
Die drei Sonderzüge
Drei Züge weichen vom Grundmuster ab. Bei der Rochade ziehen König und ein Turm in einem Zug; sie ist nur erlaubt, wenn beide Figuren noch nicht gezogen haben, keine Felder dazwischen besetzt sind und der König nicht im Schach steht oder über ein bedrohtes Feld zieht. Beim Schlagen en passant kann ein Bauer einen gegnerischen Bauern schlagen, der gerade per Doppelschritt neben ihm vorbeigezogen ist. Erreicht ein Bauer die letzte Reihe, folgt die Umwandlung, meist in eine Dame.
Schach, Matt, Patt und Remis
Wird der König angegriffen, steht er im Schach und muss im nächsten Zug aus der Bedrohung befreit werden. Gelingt das nicht, ist die Partie mit Schachmatt verloren. Kann eine Seite keinen regelkonformen Zug machen, ohne den eigenen König ins Schach zu stellen, steht aber selbst nicht im Schach, endet die Partie als Patt – unentschieden. Weitere Remis-Gründe sind die dreifache Stellungswiederholung, die 50-Züge-Regel ohne Schlag- oder Bauernzug sowie unzureichendes Material.
Berührt – geführt
Im Wettkampf gilt die Berührt-geführt-Regel: Wer eine eigene Figur berührt, muss mit ihr ziehen, sofern ein regelkonformer Zug möglich ist. Eine berührte gegnerische Figur muss geschlagen werden, wenn es geht. Wer eine Figur nur zurechtrücken möchte, kündigt dies mit „j’adoube” bzw. „ich rücke zurecht” an.
Notation
Partien werden in algebraischer Notation aufgeschrieben: Die Linien tragen die Buchstaben a–h, die Reihen die Ziffern 1–8. Ein Zug wie „Sf3″ bedeutet, dass ein Springer auf das Feld f3 zieht. Diese Schreibweise macht es möglich, Partien später nachzuspielen und gemeinsam zu analysieren – ein fester Bestandteil des Vereinstrainings.
Wer die Regeln in der Praxis vertiefen möchte, findet im Einsteiger-Leitfaden die ersten Schritte und unter Training die Möglichkeit, im Verein mitzuspielen.